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„Die großen Vier“ – Was deine Kletterleistung ausmacht

„Die großen Vier“ – Was deine Kletterleistung ausmacht

Der Weg zu einer besseren Kletterleistung beginnt damit, zu wissen, was überhaupt die Kletterleistung ausmacht. Wir konzentrieren uns dabei auf die für uns veränderbaren Aspekte. Natürlich spielen die genetischen Voraussetzungen oder auch äußere Bedingungen wie die Luftfeuchtigkeit ebenfalls eine Rolle. Das steht aber für uns erstmal nicht im Mittelpunkt.

Wenn man die relevanten Aspekte unserer Kletterleistung zusammenfassen möchte, verwende ich gerne vier Überbegriffe. Ich nenne sie die „großen Vier“:

1.    Kondition
2.    Technik
3.    Psyche
4.    Taktik


1. Kondition im Klettern

Die Kondition fasst alle trainierbaren körperlichen Faktoren zusammen. Dazu zählen zum Beispiel unsere Maximalkraft, Beweglichkeit, Kraftausdauer oder auch Koordination. Ja, es geht hierbei viel um Kraft. Es gibt allerdings auch noch einige andere Aspekte der körperlichen Leistungsfähigkeit, die wir nicht außer Acht lassen sollten. Viele Konditionelle Faktoren erschöpfen während dem Klettern oder Bouldern. Unser Ziel ist es also, nur so viele körperliche Ressourcen zu benutzen wie nötig.

2. Kletter-Technik

Die Technik ist die Effektivität unserer Bewegung an der Kletterwand. Unsere Technik wirkt sich maßgeblich darauf aus, wie viel Kraft wir benutzen müssen um einen Kletterzug durchzuführen. Zur Technik zählt sowohl die Beherrschung der effektivsten Bewegung, als auch das Wissen darüber in welcher Situation welche Technik bzw. Bewegung angebracht ist und angewendet werden sollte.

3. Kletter-Psyche

Die Psyche umfasst sehr viele Bereiche: Es geht dabei sowohl um psychische Aspekte während der körperlichen Aktivität wie Angst, Willenskraft und Fokus. Aber auch psychische Aspekte außerhalb der tatsächlichen Aktivität spielen eine Rolle. Hierbei spielt zum Beispiel unsere Motivation eine große Rolle. Die psychischen Aspekte sind am schwersten zu messen und am schwersten zu trainieren.

4. Kletter-Taktik

Die Taktik beinhaltet die Fähigkeit, eine Route oder einen Boulder zu analysieren. Es geht um das Erkennen von relevanten Möglichkeiten und Problemen und darum, wie am besten damit umgegangen werden sollte. Beispiele dafür sind das Erkennen von Schlüsselstellen und Ruhepunkten und die Einschätzung, welche Bewegungen in der Route gefordert werden.

Bedeutung fürs Klettern

Die „großen Vier“ bedingen sich wie bereits beschrieben gegenseitig. Eine gute Technik spart mir Kraft ein. Wenn ich Angst habe, kann ich mich nicht mehr auf eine saubere Technik konzentrieren. Es gibt einige dieser Beispiele und der Konsens ist: Ein einseitiges Training bringt uns nicht weiter. Hier kommt das Prinzip des schwächsten Glieds der Kette zum Tragen: Wenn wir uns die großen vier als Kettenglieder vorstellen, dann ist unsere Kletterleistung die Kette. Und unsere Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied.

Aufs Klettern übertragen gebe ich zwei Beispiele: Wir können noch so gut in beispielsweise Technik, Taktik und Psyche sein – haben wir eine schlechte Kondition, so ist es genau diese Kondition, die dazu führt, dass wir am vierten Haken schon im Seil sitzen, weil unsere Arme dick sind. Unsere größte Schwäche limitiert uns also immer als erstes.

Viele Seilkletterer haben mit Sturzangst zu kämpfen. Man kann noch so technisch perfekt Klettern, noch so konditionell fit und ein absoluter Taktikexperte sein. Das bringt nichts, denn die Sturzangst drängt sich in den Vordergrund und verhindert, dass man seine Stärken an die Wand bringen kann.

Deswegen erzielst du den besten Effekt, wenn du deine Schwächen trainierst. Und das Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen den großen vier herzustellen. Damit beeinflussen sich die Faktoren am wenigsten gegenseitig und wir haben eine ausgewogene Kletterleistung.

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